1980

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Das Italienische Weindepot etabliert sich Stück für Stück und verzeichnet erste Erfolge. Gestützt durch die Stammkundschaft vor Ort und bereichert durch zahlreiche Touristen aus Norddeutschland, erweitern Gerhard und seine Frau Eva Stück für Stück das Sortiment. Mozzarella und Pomodori Secchi sind bis dato für viele noch ein Fremdwort und mit Badia a Coltibuono erhält der erste Chianti Classico Einzug.

(historischer Pressetext anbei)

Diesem Mann ist etwas gelungen, was in Garmisch-Partenkirchen auch nach Jahren noch ungläubiges Staunen hervorruft. Er importiert und verkauft italienischen Wein und italienische Spezialitäten in einem Ambiente, das zu Italien genauso paßt wie die berühmte Faust auf’s Auge. Der Mann hat Erfolg in seinem Hinterhof-Lager mit dem eigenwillig italienischen Charme. Er heißt Gerhard Strunz, und gäbe – wäre er nicht ein gestandener Franke – auch einen perfekten Italiano ab. Seit 1978 verkauft er aus Bella Italia – neben Käse, Schinken, Pasta, Olivenöl usw. – in der Hauptsache allerdings Wein und Grappa. In seinem Laden an der Partenkirchner Hauptstraße 56 (Rückgebäude)  drängen sich zigtausende von Weinflaschen aus fast allen Weinbauregionen Italiens. Mittendrin der pfiffige Gerardo, der seinen Beruf liebt und stolz ist auf seine Produkte.

Die Hinterhof-Romantik sei, erklärt er keine Notlösung, sondern gehöre zum Image. Man wolle ungewöhnliche Produkte in ungewöhnlicher Umgebung verkaufen und nicht in einer Atmosphäre aus Glas und Marmor. Beim Betrachten des Weinsortiments fällt auf, daß Strunz sogenannte große Namen nicht führt. Seine Strategie ist ganz einfach. Er will keinen Wein verkaufen, der vielleicht einen tollen Namen hat und schon deswegen in eine Preisklasse aufrückt, für die manchmal sogar ein kleiner Lottogewinn nicht mehr ausreicht. Seine Weine und Spezialitäten spürt er selbst auf. Es scheint, daß durch Direkt-Import und direkten Verkauf die Preise im Rahmen bleiben. Deshalb kann Strunz erfolgreich verkaufen – auch ohne die üblichen Nobel-, Prestige- und Kultmarken.

Seine Kundschaft hat in erster Linie eine Vorliebe für Italien und italienische Erzeugnisse und ist bereit, ohne Konventionen ein Produkt zu probieren und für gut zu befinden. Nicht Kennerschaft, sondern Kritikfähigkeit und Mut zum eigenen Urteil seien das, was der Kunde neben Zeit mitbringen sollte, so Strunz.

Die Kunden des Weindepots sind zahlreich: aus dem Kreisort und der Umgebung, auch von weit her, und viele in ganz Deutschland lassen sich einfach per Kurier bedienen.

Sicherlich gäbe es noch viel zu erzählen über das „Italienische Weindepot“, aber vielleicht besuchen Sie es selbst einmal! Nehmen Sie sich aber bitte trotz der italienischen  Öffnungszeiten genügend Zeit und Muse … veramente, es lohnt sich! Die Parkplätze im Hof sind für Kunden mit Ladetätigkeit reserviert. Weichen Sie bitte auf andere Parkplätze aus und gehen Sie ein paar Schritte zu Fuß. Danke!