2001

Die erste Online-Shop Bestellung verlässt unser Haus. Gerardo hatte bereits vorher Pakete an seine Kunden verschickt, aber es handelt sich um die erste Bestellung über das Internet. Damals noch über eine Art eMail Kontaktformular bewerkstelligt, da das Weindepot noch nicht über einen richtigen Online-Shop verfügte. Der Inhalt der Bestellung? Eine Holzkiste mit sechs Flaschen Cabernet-Sauvignon Lafoá der Kellerei Schreckbichl.

(historischer Pressetext anbei)

20 Jahre Italienisches im Hinterhof
Die Adresse in Garmisch-Partenkirchen, Haupstr. 56 ist schon etwas ungewöhnlich, zumindest für einen Wein- und Spezialitätenladen. Das italienische anmutende Hinterhofilieu mit dem unscheinbaren Gebäude mach dann allerdings doch neugierig. Tritt man ein, so erkennt man, daß hier eine Portion an Tiefstapelei im Spiel ist. Die Ausstattung der Räumlichkeiten ist einfach, doch was da ansonsten angehäuft ist, ist schon erstaunlich, zumindest außerhalb Italiens. Eine Menge roher Schinken, Speck, Salami und Mortadella aus den verschiedensten Regionen Italiens. Die Käseauswahl unterscheidet sich deutlich von dem was man landläufig so kennt und man glaubt, daß es das eher nur in Frankreich gäbe. Viele Kuh-, Schafs- und Ziegenkäse aus der Toskana, dem Piemont, Sardinien und Südtirol. Echten Büffelmozzarella aus Kampanien und Höhlenkäse aus der Lombardei. Eine große Auswahl an Gemüse-Antipasti, halbgetrocknete Tomaten aus Apulien, gequetschte Oliven aus Kalabrien. Jede Menge an Teigwaren, Ravioli, Tortellini, Risotto und Saucen. Balsamico vom Handwerker und tatsächlich echte, kaltgepreßte Olivenöle, Illy-Caffè zum Niedrigpreis und, und, und…

Das Wichtigste jedoch ist der Wein. Stapel an Stapel, Wein an Wein aus fast ganz Italien, durchwegs nur von handwerklichen Winzern. Also nicht die üblichen Adressen der weltweit bekannten Versandkellereien. Das Italienische Weindepot gibt es jetzt im Kreisort seit über 25 Jahren, wobei der lokale Zuspruch weiterhin die Geschäftsgrundlage ist. In der Zwischenzeit ist es zu einer deutschlandweit bekannten Adresse und Anlaufstelle für Liebhaber des italienischen Weins geworden. Das ist schon etwas besonderes in dieser schnellen Zeit, denn auch im Werdenfelser Land boomt der Discounthandel wie nie zu vor. Die von Konzernen unabhängigen und von Inhabern geführten Unternehmen werden immer rarer, da Massenkonzepte leicht multiplizierbar sind. Eine ernüchternde Auskunft über das „Kulturgut“ Wein in Deutschland gibt die amtliche Statistik. Sie sagt, daß inzwischen 97,3% des in Deutschland verkauften Weines bei Discountern oder Supermärkten über den Ladentisch gehen.

Das Weindepot bietet durchwegs gute und beste Weinadressen, allerdings keine Snob- und Kultweine. Durch geringen Aufwand und kostengünstigen Direktimport, sind niedrige Kosten vorprogrammiert. Auch aus Kostengründen hat die Weinhandlung nicht rund um die Uhr geöffnet, allerdings sind alle Flaschen immer zur Verkostung offen. Das Geschäftskonzept beinhaltet, daß am Einkauf nicht gespart werden muß und der Preis am Ende gewiss nicht den großen Unterschied ausmacht.